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Nachbarschaftshilfe und das Recht
Rechtliches zur Nachbarschaftshilfe.

Factsheet: Die Nachbarschaftshilfe und das Recht

Nachbarschaftshilfe basiert auf einem recht einfachen Prinzip. Viele glauben deshalb, es gebe dabei nichts zu bedenken. Doch auch wenn Nachbarschaftshilfe als vom Gesetzgeber ausdrücklich erlaubte Form der gegenseitigen unentgeltlichen Unterstützung keine Fußangeln oder Fallstricke birgt, solltest Du die wichtigsten Fakten zur Rechtslage rund um die Nachbarschaftshilfe kennen. In diesem Zwopr Factsheet erfährst Du sie.

So manche rechtliche Frage zur Nachbarschaftshilfe ergibt sich erst, wenn etwas schiefgegangen ist: Was passiert, wenn Du beim nachbarschaftlichen Kuchenbacken einen hässlichen Brandfleck auf dem vorher makellosen Küchentisch von Familie Vornehm hinterlässt? Wer haftet, wenn der sonst so verlässliche Rentner aus dem dritten Stock vergisst, das Wasser wieder abzudrehen, nachdem er Deinen Hydrophyten die nötige Erfrischung verpasst hat? Hier findest Du Antworten auf diese und auf folgende zentrale Fragen:

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Rechtliches zur Nachbarschaftshilfe

Aus juristischer Sicht handelt es sich bei Nachbarschaftshilfe um nicht auf nachhaltige Gewinnerzielung sondern auf Gegenseitigkeit ausgerichtete Unterstützung zwischen Nachbarn und sich in anderer Weise nahestehenden Personen.

Die Motivation, Deine Nachbarn oder Freunde ohne finanzielle Interessen zu unterstützen, ist im Recht das wesentliche Merkmal für das Vorliegen von Nachbarschaftshilfe. Nachbarschaftshilfe hat sogar einen eigenen Rechtscharakter, den des Gefälligkeitshandelns. Anders als bei bezahlten Dienstleistungen entsteht bei Nachbarschaftshilfe kein Vertrag und folgerichtig keine Rechtsbindung mit daraus resultierenden gegenseitigen Erfüllungs- und Schadenersatzansprüchen. Der auch für Dritte gut erkennbare innere Wille der Beteiligten – einander unentgeltlich zu helfen – schließt diese aus.

Die haftungsrechtliche Situation bei der Nachbarschaftshilfe

Da keine Rechtsbindung besteht, bist Du bei der Nachbarschaftshilfe für von Dir verursachte Schäden auch ohne ausdrückliche Verabredung nicht haftpflichtig. Juristen bezeichnen diesen für die Nachbarschaftshilfe typischen Umstand als stillschweigenden Haftungsausschluss. Auch andere, die bei Dir im Rahmen der Nachbarschaftshilfe Schäden verursachen, müssen für diese nicht haften. Ausnahme: Der Schaden entsteht durch grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz. In diesen Fällen kann der Geschädigte Dich haftbar machen, so wie Du umgekehrt sie oder ihn in Anspruch nehmen kannst.

Check Deine Haftpflichtversicherungspolice auf Ausschlussklauseln zur Nachbarschaftshilfe. Viele Versicherungen bieten Policen mit Haftungsschutz auch bei Gefälligkeitshandlungen an.

Tipp: Versicherungs-Checkup 

Eine weitere Ausnahme vom Prinzip des stillschweigenden Haftungsausschlusses kann eintreten, wenn bei der Nachbarschaftshilfe erhebliche Werte berührt sind. Wenn Du also etwa nicht einfach nur die Blumen für Deinen Nachbarn gießt, sondern dessen preisgekrönte Bonsaifarm hegst. Oder wenn Dein Nachbar sich auf Dich beim Umbau seines Hauses verlässt. 

In solchen Fällen unterliegst Du laut allgemeinem Recht besonderer Sorgfaltspflicht und wirst durch eine Verletzung derselben unter Umständen haftpflichtig. Falls Du zum Beispiel die Bonsaibäumchen einfach ihrem Schicksal überlässt. Oder an dem Samstag, an dem Dein Nachbar extra einen Bagger ordert, entgegen Deiner Zusage nicht erscheinst.

Sprich offen mit Deinen Nachbarn über die Themen Haftung und Rechtliches. Spätere Auseinandersetzungen lassen sich vermeiden, wenn Ihr vorher über die Möglichkeit von Schäden redet. Trefft Vereinbarungen, wie Ihr Euch verhalten wollt, wenn etwas kaputtgeht.

Tipp: Kommunikation ist wichtig

Sprich offen mit Deinen Nachbarn über die Themen Haftung und Rechtliches. Spätere Auseinandersetzungen lassen sich vermeiden, wenn Ihr vorher über die Möglichkeit von Schäden redet. Trefft Vereinbarungen, wie Ihr Euch verhalten wollt, wenn etwas kaputtgeht.

Zwei Beispiele, ein einfaches und ein etwas komplizierteres, helfen Dir dabei, Dich besser in die Rechtslage rund um die Nachbarschaftshilfe hineinzudenken.

Beispiel 1: Die kaputte Vase

Peter und Yasemin helfen Sibylle beim Umräumen der Wohnung. Peter lässt dabei aus Versehen eine große Vase fallen. Sibylle ist außer sich. Yasemin findet, Peter müsse den Schaden ersetzen.

Wie ist die Rechtslage? Da Peter ein nachvollziehbares Missgeschick passiert ist, haftet er nicht für den entstandenen Schaden. Diesen muss Sybille als normales Risiko beim Umräumen selbst tragen.

Beispiel 2: Das zerschnitzte Kunstwerk

Tina passt gerne auf Leon, den elfjährigen Sohn einer zwei Straßen weiter lebenden Familie, auf. Eines Tages spielt Leon kurz alleine im Garten und kommt auf die Idee, in einen Nachbargarten hinüberzugehen, um dort sein Schnitzmesser an einer Holzskulptur aus berühmter Künstlerhand auszuprobieren. Das Geschrei ist groß. Tina hat Leon nicht lange alleine gelassen. Sie fragt sich: Muss ich für den Schaden aufkommen?

Wie ist die Rechtslage? Wäre Tina eine professionelle Tagesmutter, müsste sie für den von Leon angerichteten Schnitzschaden geradestehen. Denn im Rahmen eines solchen Dienstleistungsverhältnisses sieht der Gesetzgeber die vollumfängliche Übertragung der elterlichen Aufsichtspflicht auf die betreuende Person für die betreffende Zeit vor. Da Tina Leon jedoch auf der Basis von Nachbarschaftshilfe betreut, trägt sie nur eine einfache Aufsichtspflicht, die sie grob fahrlässig verletzten müsste, um haftpflichtig zu werden. Das ist aber nicht der Fall, denn es ist zum einen völlig in Ordnung, einen Elfjährigen zehn Minuten im Garten alleine zu lassen. Zum anderen liegt es nicht in Tinas Verantwortungsbereich, wenn Leons Eltern ihm ein Schnitzmesser anvertrauen.

Was gehört nicht zur Nachbarschaftshilfe?

Grundsätzlich gehört jede Art regelmäßig entlohnter Tätigkeit nicht zur Nachbarschaftshilfe. Ansonsten gibt es nur zwei Bereiche, in denen unentgeltliche Nachbarschaftshilfe ausdrücklich verboten ist:

Zum einen jede Tätigkeit, die mit der Verfolgung wirtschaftlicher Absichten einhergeht, wie zum Beispiel Beratung bei der Steuer oder bei Finanzierungsplänen.

Zum anderen ist Beratung rund um Rechtliches nicht statthaft, da diese nur Rechtsanwälte durchführen dürfen. Selbst wenn die Kanzlei im selben Haus ist, fällt unentgeltliche Rechtsberatung nicht unter Nachbarschaftshilfe. Rechtsanwälte gehen auch bei Pro-bono-Beratungen immer standesrechtliche Verpflichtungen gegenüber ihren Mandanten ein.

Mit Zwopr auf der sicheren Seite: Gewinnerzielungsabsicht ausgeschlossen

Da es sich bei Zwopr um eine Plattform handelt, bei der Geld keine Rolle spielt, bist Du mit Zwopr rechtlich grundsätzlich auf der sicheren Seite der Nachbarschaftshilfe. Denn es ist klar, dass Du über Zwopr ausschließlich unentgeltlich Deinen Nachbarn und Mitmenschen helfen und mit niemandem Rechtsverbindungen eingehen möchtest. 

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