Remote Work: Mensch sitzt am Schreibtisch vor dem Laptop

Remote Work: Ist das die Zukunft?

Inhalt

Durch die Coronapandemie hat sich viel an der Art und Weise wie wir arbeiten geändert. Zum Beispiel in den USA, dort stieg die Nummer der von zu Hause Arbeitenden von 17% auf 44% in 2020 (Statista, 2020). Aber ist Remote Work wirklich das Arbeiten der Zukunft?

Remote Work Bedeutung: Dass ein Mitarbeiter zu Hause oder an einem anderen Ort arbeitet, der nicht der übliche Geschäftssitz einer Organisation ist.

Cambridge Dictionary

Remote Work: Die neue Form zu Arbeiten

Der schnelle, ungeplante Wechsel zum Homeoffice nahm und nimmt immer noch starken Einfluss auf:

  • Die Arten der Kommunikation
  • Die Zusammenarbeit von Teams 
  • Die Form der Leistungsmessung.

Der Umstieg zu Remote Work erfordert aber vor allem eins, neue Kompetenzen. Dabei geht es um Selbstorganisation, Teammanagement und die eigenen Lern- und Anpassungsbereitschaft. Die Pandemie, so Experten, hat nur beschleunigt, was längst anstand, die digitale Transformation. 53% führender Unternehmen gaben in einer Befragung von Deloitte an:

“Über die Hälfte ihrer Mitarbeiter müssten ihre Fähigkeiten und Tätigkeiten in den nächsten drei Jahren im Unternehmen verändern.”

Umfrage von Deloitte, 2020.

Die Frage ist also nicht mehr, ob die digitale Transformation und eben auch Remote Work die Zukunft sind, sondern inwieweit und wie schnell sich Unternehmen an den Wandel anpassen können.

Die Challenges von Remote Work für Arbeitnehmende und -gebende 

Dabei stellt Remote Work Arbeitnehmende und -gebende auf unterschiedliche Weise vor neue Herausforderungen und kann auch Nachteile haben. Nach über einem Jahr Testphase lohnt es sich deshalb einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Häufige Nachteile von Remote Work

  • Mangelnde Eingebundenheit
  • Stress

1. Mangelnde Eingebundenheit:

Was die Verbundenheit im Team angeht, gibt es immer noch 26% die sich durch Remote Work von ihrem Team abgekapselt und isoliert fühlen (Emeraude Escape, 2020). Die physische Distanz bringt oft aber auch ein psychisch emotionale Distanz mit sich, die es erst wieder zu überwinden gilt. Mitarbeitende vermissen den täglichen Kontakt mit ihren Kolleg:innen, welcher ein wichtiger Faktor der Zufriedenheit darstellt – wie viele Studien (u.a. Markiewicz, 2000, S.177 oder Stevens, P., 2019) belegen. 

2. Stress:

Auch Stress kann sich durch Remote Work steigern, dies hängt jedoch stark von der eigenen Persönlichkeit ab. Wie die Forscher Kelliher und Anderson feststellen, reagieren Mitarbeitende oft mit zusätzlichem Aufwand auf Remote Work, um „ihrem Arbeitgeber als Dankeschön einen zusätzlichen Nutzen zu bringen.“ (Keeelliher, C. und Anderson, D., 2010). Dies hängt sowohl mit dem Gefühl zusammen sich, als Arbeitnehmender, für die erhöhte Freiheit zu bedanken, als auch der Tatsache, dass Arbeitgebende im Homeoffice vermehrt das Arbeitspensum erhöhen. 

Vor allem bei jüngeren Mitarbeitenden (18-24 und 25-34) geben knapp 50% an, in Remote Work Schwierigkeiten bei dem Erlernen neuer relevanter Fähigkeiten zu haben (Randstad Barometer 2020) . Dies ist somit noch ein zusätzlicher Stressfaktor der insbesondere den Jobeinstieg erschwert.

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Arbeitgeber die Challenges:

  • Neue Arten der Leistungsüberprüfung
  • Kommunikation und Motivation
  • Innovation und Kreativität
  • Onboarding

1. Neue Arten der Leistungsüberprüfung

Während Arbeitnehmende die sozialen Kontakte im Homeoffice fehlen, müssen Manager:innen sich plötzlich mit dem Mangel an Kontrolle zurechtfinden. Denn durch Remote Work sind Teams viel mehr auf sich alleine gestellt und den Mitarbeitenden wird ein hoher Vertrauensvorschuss gegeben. Die renommierte Wirtschaftswissenschaftlerin Tsedal Neely meint dazu:

„Sie müssen Ihren Mitarbeitern vertrauen.  Dies ist eine Ära und eine Zeit, in der wir den Rat von Ernest Hemingway beherzigen müssen: Der beste Weg, um herauszufinden, ob man jemandem vertrauen kann, ist, ihm zu vertrauen.“  

(Neeley, Tsedal, 2020)

Aufgrund der Tatsache, dass Prozesse nicht mehr überwachbar seien, müssten Überprüfungen sich auf die Ergebnisse fokussieren (Neeley, Tsedal, 2020).

2. Kommunikation und Motivation

Hinzu kommt, dass durch fehlende Kommunikation Unzufriedenheiten schnell entstehen und Manager:innen aufpassen müssen, nicht den Kontakt zum Einzelnen zu verlieren.

3. Innovation und Kreativität

Durch weniger Echtzeit-Zusammenarbeit und fehlende physikalische Meetings, haben viele Firmenchefs die Befürchtung nur unzureichend kreative Leistungen im Innovationsbereich zu bekommen.

4. Onboarding

Wie bereits oben erwähnt, verlieren durch die Distanz Manager:innen leichter die Verbindung zu ihren Mitarbeitenden. Auch das Onboarding von neuen Mitarbeitenden wird deutlich erschwert und es müssen neue Wege beschritten werden, um eine gesunde Beziehung aufzubauen.

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Sowohl den Arbeitnehmenden als auch den Arbeitgebenden stellt Remote Work vor neue Chancen und Challenges. Es ist deshalb wichtig regelmäßig zu evaluieren, was die beste Lösung für alle darstellt.

Ein Hybridmodell zwischen Büro und Homeoffice ist oftmals geeignet, um die Vorteile von beiden Arbeitsweisen wahrzunehmen und Hürden wie die soziale Bindung zum Unternehmen zu überwinden.

Für den Wechsel zu einer guten Remote Culture, ist es sinnvoll die Kommunikation und Zusammenarbeit durch die Unterstützung von Personalmanager:innen zu stärken. Im folgenden Artikel haben wir wichtige Punkte zusammengefasst.

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Wie beeinflusst Remote Work die Produktivität

Nichtsdestotrotz hat sich Remote Work großflächig durchgesetzt, und zwar mit erstaunlichen Ergebnissen was die Produktivität angeht. Laut Recherchen des Fraunhofer Institut in Zusammenarbeit mit dem DGFP sind Einschränkungen in der Produktivität bislang nicht erkennbar (236 Befragte im Personalwesen), im Gegenteil. 

“51,% sagen aus, dass die Produktivität gleichgeblieben ist und 32,3% sprechen sogar von einer Produktivitätssteigerung.”

Quelle: Fraunhofer-Institut in Zusammenarbeit mit dem DGFP.

Zu einem ähnlichen Schluss kommt auch eine Befragung der Gig Wirtschafts-plattform Airtasker. Sie stellen zum Beispiel fest:

“Die unproduktive Zeit im Homeoffice sinkt während der Arbeitszeit um ganze 10 Minuten, im Vergleich zum Büro (von 37 auf 27 Minuten)”.

Somit sind Remote Worker fokussierter, konzentrierter und widersprechen damit verbreiteten Annahmen der sinkenden Produktivität.

Remote Work nach Corona? 

Es sieht sehr danach aus! So gaben 

“71,2 Prozent der Befragten an, nach der Corona-Pandemie mehr Homeoffice bereit zustellen”

(Fraunhofer Studie, 2020)

Wahrscheinlich wird sich in den meisten Fällen ein Hybridmodell zwischen Homeoffice und Büro einbürgern und damit beiden Parteien mehr Flexibilität und Unabhängigkeit ermöglichen. Remote Work ist somit definitiv ein Modell der Zukunft und aus dem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. Im Zuge der digitalen Transformation werden vor allem HR Manager:innen vor neue Herausforderungen gestellt was Teammanagement und die Leistungsevaluierung im Unternehmen angeht.

Verwandte Artikel:

Quellen:

Kelliher, Clare, and Deirdre Anderson. „Doing more with less? Flexible working practices and the intensification of work.“ Human relations 63.1 (2010): 83-106.

Fraunhofer Institut (2021) ´Arbeiten in der Corona Pandemie: Leistung und Produktivität im New Normal` https://persoblogger.de/download/arbeiten-in-der-corona-pandemie-auswirkungen-auf-leistung-und-produktivitaet/ 

Emeraude Escape (2020) „Future of Work braucht mehr als virtuelle Happy Hours – Studie“ https://persoblogger.de/download/future-of-work-braucht-mehr-als-virtuelle-happy-hours-studie/

Neeley, Tsedal. „15 questions about remote work, answered.“ Harvard Business Review. Vol. 16. Digital article, 2020.

Markiewicz, D., Devine, I. and Kausilas, D. (2000), „Friendships of women and men at work: Job satisfaction and resource implications“, Journal of Managerial Psychology, Vol. 15 No. 2, pp. 161-184. https://doi.org/10.1108/02683940010310346

Stevens, P. (2019) “Friends & Happiness in the Workplace Survey & Stats” https://wearewildgoose.com/uk/news/friends-in-the-workplace-survey/ [16.04.2021]