Homeoffice und die Psyche: Mann sitzt vor PC die Hände vor dem Kopf

So wirkt sich Homeoffice auf unsere Psyche aus: Tipps, wie Unternehmen ihre Mitarbeitenden unterstützen können

Inhalt

Im Homeoffice zu arbeiten, ist nicht mehr nur bei Startups eine Option, sondern auch immer mehr bei großen und mittelständischen Unternehmen ein Thema. Dass die Arbeit nicht mehr an einen bestimmten Arbeitsort gebunden sein muss, wissen wir spätestens seit der Corona-Pandemie.

Homeoffice ist:

  • ortsunabhängig
  • flexibel
  • selbstbestimmt

Beim Arbeiten im Homeoffice spart man sich lange Arbeitswege und kann sich entspannt bei einer Tasse Kaffee an den PC setzen, wenn es einem selbst am besten passt. Doch wie wirkt sich Homeoffice auf unsere Psyche aus?

Und wie können Unternehmen ihre Mitarbeitenden so unterstützen, dass sie gesund und produktiv auch von zu Hause aus arbeiten können? 

Ist Homeoffice für alle geeignet?

Studien zeigen, dass es auch von der Persönlichkeit abhängt, ob man gut von einem anderen Ort als dem Büro aus arbeiten kann.

So fällt es Menschen, die sehr gewissenhaft und organisiert sind, viel leichter von zu Hause aus zu arbeiten.

Viele Menschen schätzen die Flexibilität und Freiheit, die mit Homeoffice einhergeht. Doch gerade, wenn es im Büro eine feste Routine gab, die Mitarbeitende seit Jahren verinnerlicht haben, kann der Umstieg auf Homeoffice eine große Herausforderung bedeuten. Außerhalb des Ausnahmezustands “Pandemie” ist es also wichtig abzuwägen und gemeinsam zu überlegen, für wen das Homeoffice geeignet ist.

Homeoffice – Auswirkungen auf unsere Psyche

Homeoffice hat, sofern richtig umgesetzt, viele Vorteile.

  1. So fallen unter Umständen lange und nervige Arbeitswege weg. Das spart Zeit und Geld.
  2. Oft ist man in Großraumbüros abgelenkt, ständig passiert etwas. Hat man einen ruhigen Arbeitsplatz zu Hause, schafft man es dadurch produktiver an einer Sache zu arbeiten.
  3. Die erhöhte Flexibilität auch mal aus dem Homeoffice arbeiten zu können, erleichtert den Balance-Akt zwischen Familie und Beruf. Wird das Kind mal krank, ist alles einfacher zu bewältigen, wenn Homeoffice durch den Arbeitgebenden ermöglicht wird.

Wenn Homeoffice allerdings nicht richtig umgesetzt wird, kann das jedoch eine starke psychische Beanspruchung bedeuten. Hier sind vier Gründe, welche negativen Auswirkungen Homeoffice auf unsere psychische Gesundheit haben kann.

Stress 

Ein ungesundes Arbeitsumfeld verursacht Stress, ganz unabhängig davon, ob es im Büro oder den eigenen vier Wänden ist. So stellen eine missverständliche Kommunikation oder Intransparenz sowohl vor Ort als auch im Homeoffice seine mögliche Belastung dar. 

Ungewissheit durch fehlende Kommunikation

Doch häufig kann Homeoffice die psychische Belastung noch zusätzlich verstärken. Gerade, wenn Unternehmen nicht gut vorbereitet sind, kann die Kommunikation im Homeoffice zu Missverständnissen führen und fehlende Absprachen, schlechtes Internet und Co. zu Ärgernissen, die nicht sein müssten. 

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Konzentrationsprobleme und Unruhe

Dazu kommen Ablenkung und Konzentrationsprobleme oder auch Unruhe und Schlafstörungen, aufgrund der fehlenden Trennung zwischen Arbeit und Privatleben. Im Homeoffice wird meist länger gearbeitet als vor Ort. Fehlende Pausen und die ständige Erreichbarkeit erzeugen ein Gefühl von Unruhe und “nie richtig freihaben”. Häufig checkt man eben nochmals „kurz“ die E-Mails am Abend oder erledigt „noch schnell“ diese eine Anfrage. „Ist ja egal, ob man es jetzt oder morgen Früh macht.“

Soziale Isolation

Auch die soziale Isolation im Homeoffice ist ein Faktor, der psychisch sehr belastend sein kann. Der Klatsch und Tratsch an der Kaffeemaschine und auch der Austausch in der Mittagspause können auf Dauer fehlen und die Arbeitszufriedenheit und auch die Produktivität einschränken. Deswegen ist es wichtig die sozialen Komponenten, welche im Homeoffice unter Umständen verloren gehen, nicht zu unterschätzen

Folgende Tipps können helfen, um den negativen Auswirkungen entgegenzuwirken:

Was Mitarbeitende tun können, um ihre psychische Belastung im Homeoffice zu minimieren

Sich regelmäßig mit Kolleg:innen treffen

Ob virtuell oder physisch anwesend: Regelmäßige Treffen, wie eine kurze virtuelle Kaffeepause oder auch ein Mittagessen, können gegen Einsamkeit während der Arbeitszeit helfen und das Gemeinschaftsgefühl stärken. Auch gemeinsame Aktivitäten nach der Arbeit, wie gemeinsam Sport machen oder etwas trinken gehen, können das Betriebsklima verbessern. So hat man nicht das Gefühl, den Anschluss zu verpassen, wenn man im Homeoffice arbeitet.

Tipp: Apps wie Zwopr helfen, Kolleg:innen mit gleichen Interessen oder Hobbys zu vernetzen. Gerade im Homeoffice ist es so viel einfacher, neue Kolleg:innen auch aus anderen Teams kennenzulernen. 

Struktur

Ein fester Tagesablauf gibt Sicherheit und hat damit positive Auswirkungen auf unser Wohlbefinden und unsere Produktivität. Da man selbst meist am besten weiß, wann man am produktivsten ist, kann dies im Homeoffice gut berücksichtigt werden. 

Pausen und Grenzen setzen 

Zur Struktur gehören auch ausreichende Pausen. Ein kleiner Spaziergang in der Mittagspause kann das Stressniveau entscheidend senken. Auch auf Feierabendzeiten sollte geachtet werden. Werden dauerhaft Überstunden gemacht, bringt dies langfristig gesehen weder dem Unternehmen noch dem Mitarbeitenden Gutes. 

Was Unternehmen tun können, um die psychische Belastung ihrer Mitarbeitenden im Homeoffice zu minimieren

Regelmäßige Kommunikation 

Häufige und transparente Kommunikation sind das A und O für eine gute Zusammenarbeit. Dabei ist es wichtig, keine widersprüchlichen Informationen an die Mitarbeitenden zu geben, sondern einheitlich und klar zu kommunizieren. Arbeitnehmende fühlen sich im Homeoffice häufig abgekapselt. Studien haben folgende Schlüsselelemente herausgefunden, die gerade dann essenziell sind, wenn die Arbeitnehmenden über mehrere Orte verteilt arbeiten: 

  • Häufigkeit: Regelmäßige Updates und Meetings sind wichtig, um nicht den Anschluss zu verlieren.
  • Transparenz: Klar zu kommunizieren und Probleme gezielt anzusprechen, sorgt für Nachvollziehbarkeit, Verständnis und letztlich für die Lösung des Problems.
  • Wechselseitiger Dialog: Es ist wichtig, dass der:die Vorgesetzte in den regelmäßigen Treffen auch den Arbeitnehmenden zuhört und die Ziele nicht nur “von oben herab diktiert” werden.
  • Verständlichkeit: Die Arbeitsprozesse sollten so gestaltet werden, dass sie klar und einfach zu verstehen sind. Verschiedene Tools wie etwa Slack erleichtern die Kommunikation. Es sollten allerdings auch nicht zu viele Programme werden, denn das stiftet Verwirrung. 
  • Konsistenz: Für eine produktive Zielerreichung ist es wichtig, keine widersprüchlichen Signale zu senden, sondern einheitlich zu kommunizieren. 
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Unterstützung anbieten 

Angebote wie zum Beispiel Apps für die Förderung der eigenen mentalen Gesundheit können psychische Belastung im Homeoffice minimieren. Auch eine Plattform zu bieten, wo der regelmäßige Austausch unter Kolleg:innen explizit gewünscht wird, hilft sozialer Isolation im Homeoffice vorzubeugen. Ebenso wichtig: ein:e Ansprechpartner:in im Unternehmen, an den:die man sich bei Problemen im Vertrauen wenden kann, trägt oft dazu bei, Belastung zu minimieren.

Arbeitnehmenden helfen, produktiv zu bleiben 

Homeoffice kann die Produktivität erhöhen, vor allem bei Aufgaben, die alleine und ohne großen Koordinationsbedarf mit anderen Kolleg:innen erledigt werden können. Wenn allerdings in größeren Gruppen von unterschiedlichen Orten gearbeitet wird, kann das die Produktivität verringern. Deshalb ist es wichtig, langfristig effektiv zu kommunizieren und Aufgaben klar zu verteilen. Kurzfristig kann es helfen, den Rückgang in der Produktivität zu registrieren und die Mitarbeitenden wissen zu lassen, dass es vorübergehend okay ist, wenn die Produktivität ein wenig absinkt. 

Das Work-Life-Paradox berücksichtigen

Auf der einen Seite führt Homeoffice dazu, dass wir uns flexibler fühlen und uns unsere Arbeitszeiten selbst einteilen können. Homeoffice gibt uns Freiraum und hilft uns mehr Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen, da wir die Arbeit an unseren Lebensentwurf anpassen und nicht umgekehrt. Auf der anderen Seite kann Homeoffice dazu führen, dass wir uns 24/7 erreichbar fühlen. Wir arbeiten mehr und die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen. Als Unternehmen hilft es dieses Paradox zu thematisieren und Mitarbeitenden die Erlaubnis zu erteilen, ihre Meetings und Termine so anzupassen, dass sie auch privaten Pflichten und Treffen nachkommen können.

Fazit

Homeoffice ermöglicht eine große Flexibilität und Handlungsspielraum. Allerdings birgt es auch eine hohe Gefahr für zusätzliche psychische Belastung. So sind Unruhe und Konzentrationsprobleme Auswirkungen, die Homeoffice auf unsere psychische Gesundheit haben kann. Deswegen ist es wichtig als Unternehmen klare Regelungen für Homeoffice zu kommunizieren und Mitarbeitende durch Struktur und Austausch zu unterstützen. Zwopr bietet hier eine Lösung, um Mitarbeitende über die Arbeit hinaus miteinander zu vernetzen.

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Quellen: 

Sull, D., Sull, C., & Bersin, J. (2020). Five ways leaders can support remote work. MIT Sloan Management Review, 61(4), 1-10. Retrieved from https://www.proquest.com/scholarly-journals/five-ways-leaders-can-support-remote-work/docview/2427314594/se-2?accountid=14570  

Home Office – Die Vorteile und Nachteile. (2020). Jalios. https://www.jalios.com/jcms/prod_35554/de/home-office-die-vorteile-und-nachteile 

Paunovic, M. (2020, 10. August). Psychische Gesundheit im Home-Office: So trainierst du deine mentale Stärke. careeasy – Dein Karrieremagazin. https://www.stellenanzeigen.de/psychische-gesundheit-im-home-office-so-trainierst-du-deine-mentale-staerke-sde86480/